SYMPOSIUM der Alzheimer Gesellschaft NRW:

„Handeln gegen den Willen – Freiheitsentziehende Maßnahmen bei MmD“

Kategorie: 
Fachvorträge: kurz und bündig
Datum: 
20.07.2016
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Liebe Freunde des KZD, gestern waren wir auf oben genanntem Symposium im Landtag der schönen Stadt Düsseldorf. Die Bandbreite an Themen reichte von Freiheitsentziehenden Maßnahmen (juristisch genehmigungspflichtig) bei MmD „Regel oder Ultima Ratio“, über die Vermeidung von Freiheitseinschränkungen, bis hin zu einer praxisnahen Umsetzung von Alternativen.
Beindruckend war die Ausführung des Betreuungsrichters Lars Mückner. Dieser wies u. a. darauf hin, dass es in einer freiheitlichen Gesellschaft ein Recht auf Selbstschädigung gibt. Eine Freiheitsberaubung (Fixierung, Steckbretter am Rollstuhl etc.) bedarf einer intensiven Prüfung. Im Zuge dessen muss abgewogen werden, ob es Alternativen zur Abwendung von Gefahren gibt. Mehr Infos unter http://www.pflege-gewalt.de/

Der „Werdenfelser Weg“ wurde als probate Alternative zur Verhinderung von FEM vorgestellt. Bestellte VerfahrenspflegerInnen prüfen intensiv den Einzelfall vor Ort und geben dann an das Gericht eine Empfehlung hinsichtlich Alternativlösungen oder der unbedingten Notwendigkeit ab. Auch in NRW gehen mittlerweile einige Gerichte diesen Weg mit. Der WEG ist das Ziel! Mehr Infos unter http://werdenfelser-weg-original.de/

Last but not least bleibt das Projekt „ReduFix“ zu erwähnen. Im Rahmen dessen werden Altenpflegeheime in Bezug auf die Vermeidung  von FEM geschult und entsprechende Lösungen vorgeschlagen. Als Gründe für eine Freiheitsberaubung wurden u. a. der knappe Personalschlüssel sowie die drohende Sturzgefahr genannt. Individuelle Alternativen zur Vermeidung könnten Einzelbetreuungen, Validation, aber auch technische Hilfsmittel (Niedrigflurbetten, Sensomatten etc.) darstellen. Mehr Infos unter http://www.redufix.de/cms/website.php

In diesem Sinne möchte ich mit einem Zitat von Madeleine Viol (wissenschaftliche Projektmitarbeiterin RediFix) enden:

„Es existiert weltweit keine Studie, die einem positiven Effekt von Fixierungen belegt.“

Gefördert durch die Ferdinand-Heye-Stiftung