Demenzparcours "Demenz ErlebensWelt"

für Angehörige von Menschen mit Demenz und Interessierte

Kategorie: 
Aktuelles
Datum: 
06.05.2016
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Liebe Freunde des Kompetenzzentrums, im Ferdinand-Heye-Haus stand für eine Woche der Demenzparcours „DemenzErlebensWelt“. Das Durchlaufen des Parcours gibt Angehörigen von Menschen mit Demenz (MmD) und Interessierten die Möglichkeit, Einblicke in das Erleben von Betroffenen zu gewinnen. Je besser nachvollzogen werden kann, wie sich MmD fühlen, desto einfacher können zukünftig die Kommunikation und der Umgang gelingen.

In 7 Stationen werden Beeinträchtigungen der Sinne und des Gedächtnisses erfahrbar gemacht. Die Hörstation „Wie bitte“ simuliert einen Arztbesuch. Der Teilnehmer wird von einer Arzthelferin angesprochen. Was er dabei versteht, sorgt für Verwirrung, da es nicht zur erlebten Situation passt. Verunsicherung kommt auf! Was ist nun zu tun? Demenz kann zu akustischen Wahrnehmungsbeeinträchtigungen führen. Satzzusammenhänge werden verkannt und können nicht mehr gedeutet werden.

Die Station „Ich sehe was, was du nicht siehst“ befasst sich mit der Fähigkeit zur Kontrastwahrnehmung. Hier gilt es beispielsweise, gelbe Schrift auf gelbem Untergrund zu lesen. Mit einer entsprechenden Brille ist dies nur schwer möglich. Auf diese Weise kann nachvollzogen werden, wie sich eine Einschränkung der Wahrnehmung farblicher Kontraste auswirken kann: Klares Wasser im durchsichtigen Glas und helle Speisen auf weißen Teller werden nicht mehr als solche erkannt.

Der „Altersanzug“ mit seinem Gewicht von über 20 kg beeinträchtigt zudem die Beweglichkeit und erschwert somit das Durchlaufen des Parcours.

Die „DemenzErlebensWelt“ wurde auch dieses Mal wieder von vielen Interessierten genutzt, die im privaten oder beruflichen Umfeld mit Menschen mit Demenz zu tun haben. Sie wurden dabei intensiv begleitet, konnten Fragen stellen und Rat einholen. Im Oktober wird der Parcour erneut aufgestellt. Bei Interesse, können Sie sich gern bei uns melden.

„Es war eine wichtige Erfahrung für mich nachzuempfinden, wie mein Vater sich in manchen  Situationen fühlt. Ich hoffe, ich kann nun ein bisschen mehr Geduld aufbringen.“
(Zitat einer Angehörigen)

Gefördert durch die Ferdinand-Heye-Stiftung